Hering

Hering

Norwegischer Hering wird häufig das Silber des Meeres genannt. Er ist auf der ganzen Welt für seine hohe Qualität und schöne, silbrige Farbe bekannt. Geschichtlich ist der Hering nicht nur als Nahrungsmittel von Bedeutung, denn mit ihm ist auch das Leben an der Küste, die traditionelle Fischerei sowie Handwerk und Wissen um die besten Zutaten untrennbar verbunden.

Arten

Clupea harengus – Nordsee-Hering
Clupea harengus L. – norwegischer frühjahrslaichender Hering

Familie

Clupeidae

Produkte

  • Frisch (filetiert und ganz)
  • Tiefgefroren (filetiert, Schmetterlings-/Doppel-Filets und ganz)
  • Verarbeitet:
    • Geräuchert
    • Gesalzen/gepökelt
    • Mariniert/gebeizt

Größe

Norwegischer frühjahrslaichender Hering: bis zu 40 cm lang und 500 g schwer
Nordsee-Hering: bis zu 35 cm lang und 400 g schwer

Verbreitung

Norwegischer frühjahrslaichender Hering: Nordostatlantik
Nordsee-Hering: Nordsee, Skagerrak und Kattegat

Saison

Norwegischer frühjahrslaichender Hering: Januar - März und September - November
Nordsee-Hering: Mai - Juni und August - Dezember

Nahrung

Zooplankton

Namen in anderen Sprachen

Latein: Clupea harengus
Englisch: Atlantic herring
Norwegisch: Sild
Französisch: Hareng
Deutsch: Hering
Dänisch: Sild
Spanisch: Arenque
Finnisch: Silli
Griechisch: Régha
Italienisch: Aringa
Isländisch: Síld
Japanisch: Nishin
Niederländisch: Haring
Portugiesisch: Arenque
Polnisch:´Sledź
Schwedisch: Sill
Türkisch: Ringa
Serbokroatisch: Heringa

Nährstoffgehalt je 100 g Winterhering (verzehrbarer Anteil)

Energie:

776 kJ / 187 kcal

Nährstoffe:

Eiweiß: 15,2 g
Fett: 14 g
Gesättigte Fettsäuren: 2,9 g
Ungesättigte trans-Fettsäuren: 0 g
Einfach ungesättigte cis-Fettsäuren: 5,9 g
Mehrfach ungesättigte cis-Fettsäuren: 3,3 g
Omega-3: 2,8 g
Omega-6: 0,2 g
Cholesterin: 68 mg

Vitamine:

Vitamin A: 6 RAE
Vitamin D: 11,5 µg
Riboflavin: 0,3 mg
Vitamin B12: 12 µg

Mineralstoffe:

Eisen: 1 mg
Selen: 50 µg
Jod: 38 µg

Biologie

Der Hering hat einen silberfarbenen, stromlinienförmigen Körper. Er ist ein pelagischer Fisch, das heißt, er schwimmt in der freien Wassersäule, und lebt in Schwärmen entlang der Küste sowie im offenen Meer. In norwegischen Gewässern gibt es verschiedene Heringsbestände, wovon der norwegische frühjahrslaichende Hering und der Nordsee-Hering die wichtigsten sind. Der norwegische frühjahrslaichende Hering sowie der isländische frühjahrs- und sommerlaichende Hering gehören zum atlantisch-skandinavischen Bestand, der im Lauf seines Lebens die Barentssee und das Nordmeer als Futtergebiet aufsucht.

Der norwegische frühjahrslaichende Hering laicht in den Monaten Februar und März. Seine größten Laichgründe liegen an der norwegischen Westküste vor Møre, aber auch entlang der Küste bis nach Nordnorwegen hinauf. Der Hering legt seine Eier am Boden ab, aus denen nach drei Wochen die Larven schlüpfen. Diese treiben mit der Strömung entlang der Küste Richtung Norden und landen im Frühsommer schließlich in der Barentssee. Dort wachsen sie bis zum Alter von ca. 3 bis 4 Jahren heran, schwimmen dann Richtung Westen und mischen sich mit dem laichenden Bestand. Nach dem Laichen schwimmt der Hering zu den Sommerfuttergebieten im Nordmeer, wo er sich von Zooplankton ernährt. Im September/Oktober sammeln sich die Heringe vor Troms und Finnmark und überwintern dort. Im Januar wandern sie zum Laichen wieder südwärts. Der Hering kann bis zu 25 Jahre alt werden.

Er ist für die Ökosysteme entlang der Küste sowohl im Nordmeer als auch in der Barentssee sehr wichtig. Er ernährt sich von Plankton und ist selbst eine wichtige Futterquelle für Raubfische wie Kabeljau, Seelachs und andere Bodenfische sowie auch für Wale.

Fischfang

Der norwegische Hering ist am besten, wenn er voller Fettsäuren ist. Der Fischfang findet im Winter statt, wenn die laichenden Fische an die norwegische Küste schwärmen, sowie im Sommer und Herbst. Der Sommer ist die beste Zeit für guten Nordsee-Hering, während der norwegische frühjahrslaichende Hering am besten ist, wenn er zum Überwintern wieder nach Nordnorwegen zurückkehrt. Die Fischerei erfolgt entlang der gesamten norwegischen Küste, im Nordmeer, der Nordsee und im Skagerrak. Als Fanggeräte werden vor allem Ringwaden, pelagische Schleppnetze und Kiemennetze eingesetzt.

Nachhaltigkeit

Jedes Jahr liefern norwegische und internationale Forschungsdaten die Grundlage für Empfehlungen zu nachhaltigem Heringsfang im Nordostatlantik. Norwegen handelt daraufhin die Quoten mit anderen Ländern aus, die ebenfalls dieselben Heringsbestände fischen. Anhand dieser Verhandlungen teilt das norwegische Ministerium für Handel, Industrie und Fischereien den norwegischen Anteil den norwegischen Fischern zu. Die Behörden vergeben eine Lizenz an alle Beteiligten in der Branche, und Bestimmungen hinsichtlich Quotenzuteilung und Durchführung des Fischfangs werden durch jährliche Vorschriften für jede einzelne Fischart festgelegt (Kontrollvorschriften). So gilt zum Beispiel für den norwegischen frühjahrslaichenden Hering ein Mindestmaß von 25 cm, weshalb sich der Fischfang hauptsächlich auf die erwachsenen Bestände konzentriert.

Gemäß dem Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) ist die Fortpflanzungskapazität des norwegischen frühjahrslaichenden Herings und des Nordsee-Herings gut und die Fischerei nachhaltig. Der Bestand des norwegischen frühjahrslaichenden Herings ist zurzeit jedoch rückläufig, nachdem er lange recht hoch war.

Sowohl der norwegische frühjahrslaichende Hering als auch der Nordsee-Hering sind MSC-zertifiziert. MSC ist eine unabhängige Umweltorganisation, die Kriterien für die nachhaltige Fischerei festlegt; es sind jedoch unabhängige Zertifizierungsorgane, die überprüfen, ob die jeweiligen Fischereien die Anforderungen erfüllen.

Lebensmittelsicherheit/Qualitätskontrolle

Die norwegische Fischereibranche unterliegt strengen Auflagen zur Sicherstellung der Lebensmittelsicherheit. Das System besteht aus mehreren Behörden und Einrichtungen, die gemeinsam die Erfüllung der Auflagen in allen Stadien der Produktionskette prüfen und beobachten. Die Lebensmittelaufsicht erfolgt durch die norwegische Behörde für Lebensmittelsicherheit, das Norwegische Nationale Institut für Fisch- und Ernährungsforschung (NIFES), das norwegische Fischereidirektorat und das norwegische Ministerium für Handel, Industrie und Fischereien.

Nährwertangaben

Der Fettgehalt des Herings liegt je nach Saison zwischen 10 und 24 Prozent. Der norwegische frühjahrslaichende Hering hat seinen höchsten Fettgehalt im Herbst, der Nordsee-Hering ist im Sommer am fettesten. Der Hering ist für die Gesundheit ein echter Volltreffer, denn er ist reich an:

  • Vitamin D, das für einen ausgewogenen Calciumhaushalt im Körper sorgt und zur Wahrung und Kräftigung der Knochen beiträgt.
  • Proteinen: Diese sind wichtig für den Aufbau und Erhalt aller Zellen im Körper.
  • Marinen Omega-3-Fettsäuren, die Herz- und Gefäßkrankheiten vorbeugen und für die Entwicklung des Gehirns wichtig sind.
  • Selen: einem wichtigen Element in den Enzymen, die schädliche chemische Prozesse im Körper bekämpfen.

Verwendungen

Hering schmeckt hat einen reinen, feinen Geschmack nach Meer, und das Fleisch ist angenehm bissfest. Die silberne Haut verleiht ihm ein schönes Aussehen.

Hering ist sehr vielseitig verwendbar und wird in vielen verarbeiteten Varianten angeboten. Heringsfilets schmecken wunderbar gesalzen, heiß- oder kaltgeräuchert und in Würzmarinaden eingelegt. Darüber hinaus gibt es ihn in verschiedenen Formen als Belag für Brote und Häppchen, unter anderem als Saurer Hering, Hering in Tomatensauce und Sahnehering. Frischer Hering eignet sich gut zum Panieren und Braten. Er wird knusprig und goldbraun und passt zu nahezu jeder Beilage.

Nordsee-Hering, der geschlechtsreif ist, aber noch nicht gelaicht hat, wird als Matjes- oder auch Jungfernhering bezeichnet. Er wird in seinem fettesten Stadium (Mai - Juni) gefangen und ist in den Niederlanden und Belgien eine beliebte Delikatesse.

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